SELBSTBEWUSSTSEIN
“Selbstbewusst und sicher” - Selbstsicherheitstraining (ab 6 J.)
Dieses Kurskonzept ist vor allem für Jungen im Alter zwischen 6 und 12 Jahren gedacht, kann aber auch für Mädchen der gleichen Altersstufe durchgeführt werden. Ziel ist es, dass die Kinder mehr Vertrauen zu sich selbst und ihren eigenen Fähigkeiten finden. Hierbei geht es auch um das Erlernen von Strategien zur Stressbewältigung sowie zum Abbau von Frust und Aggressionen. Themen sind unter anderem: Was ist das Besondere an mir? Welche Gefühle gibt es - und wie gehe ich damit um? Wie kann ich mich selbstbewusster verhalten? Wie gehe ich auf andere Menschen zu? Was ist wichtig an einer Freundschaft? Diese Themen werden kindgerecht, verständlich und spielerisch vermittelt.
Das Spielen ist ein wichtiger Bestandteil jeder Stunde. Neben dem “spielerischen Effekt” werden einige Spiele auch ganz gezielt zur Förderung des Selbstwertgefühles eingesetzt. Ebenso gibt es ein kleines “Box-Training”. Hierbei wird an einem Boxsack trainiert. Ziel ist aber nicht, Gewalt als Lösung von Frust und Ärger aufzuzeigen, sondern vielmehr eine Möglichkeit anzubieten, Stressabbau auf verschiedenen Wegen zu beschreiten. Hierzu werden auch weitere Möglichkeiten für zuhause besprochen und gezeigt.
Vor Beginn des Kinder-Trainings gibt es eine ausführliche Eltern-Information. Die aktive Mitarbeit der Eltern bzw. eines Elternteiles ist Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung der Trainingsziele. Dies bedeutet für die Eltern bzw. Bezugspersonen keinen großen Aufwand, sondern eher ein Umdenken und ggf. verändertes Handeln in bestimmten Situationen. Eine vorherige bzw. parallele Teilnahme an meinem Vortrag “Selbstbewusstsein bei Kindern fördern” wäre sehr sinnvoll, ist aber nicht Bedingung.
Das Training umfasst ca. 6 bis 8 x 1 Stunde plus zusätzlich eine Elterninformation, welche vor Beginn des Trainings erfolgt.
Der nachfolgend aufgeführte Kurs ist ähnlich, beinhaltet aber zusätzlich den Bereich Selbstverteidigung und Selbstbehauptung:
“Selbstbewusst und sicher”
Selbstsicherheitstraining und Selbstverteidigung für Kinder
Schwerpunkt: Jungen in der 1. bis 4. Klasse
“Kinder (innerlich) stark machen” ist das Ziel des Kurskonzeptes. Den Kindern werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie sie sich selbstbewusst und sicher verhalten können, wenn sie in schwierige Situationen kommen. Es wird vermittelt, wie sie sich im Notfall wirkungsvoll (verbal und körperlich) zur Wehr setzen können. Die Selbstverteidigungs-Techniken werden realitätsnah und kindgerecht vermittelt. Ebenso geht es darum, dass die Kinder ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten bewusster wahrnehmen. Zum Inhalt gehören: Körperhaltung und Mimik, Sprache richtig einsetzen, Streit vermeiden, richtig Hilfe holen, gute und schlechte Geheimnisse, was mache ich wenn ... . Ergänzend gibt es ein Koordinations- und Konditionstraining. Zu Beginn des Kurses gibt es einen Elternabend, der in die Thematik einführt sowie Aufbau und Inhalt beschreibt. Dieses Kurskonzept wird als Gruppen-Kurs, Geschwister-Training oder im Einzel-Training angeboten und ist für Kinder ab etwa 6-7 Jahren geeignet.
Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, dass Kinder ein gesundes Selbstbewusstsein (Selbstwertgefühl) entwickeln. Auch sollten sie in der Lage sein, sich gegen An- oder Übergriffe zu wehren - verbal und körperlich. Prävention steht an erster Stelle, das heißt, es geht vor allem darum, erst garnicht in Situationen zu kommen, in denen es notwendig werden könnte, sich zu wehren. Streit vermeiden, sich nicht provozieren lassen sowie situationsgerechtes Handeln sind deshalb Verhaltensweisen, die zuerst eingesetzt (und deshalb eingeübt) werden müssen.
Mein Kurskonzept ist vor allem für Jungen gedacht. Es gibt bereits sehr viele Angebote für Mädchen - und das ist auch gut und wichtig. Hierbei finde ich es sinnvoller, wenn die Kursleitung beim Gruppenkurs ein Zweier-Team (Mann/Frau) hat (beim Einzeltraining ist dies nicht so bedeutend). Bei Angeboten für Jungen wiederum halte ich es grundsätzlich für zweckmäßiger, wenn ausschließlich ein Mann diesen Kurs bzw. das Einzeltraining leitet.
Viele Eltern schicken ihre Kinder in Judo oder Teakwondo. Das finde ich sehr gut, denn hier werden Körperbeherrschung und Kondition trainiert. Allerdings sind diese Kurse nicht immer auch für die reine Selbstverteidigung (z.B. bei einer Rauferei) geeignet. Im Judo dürfen z.B. Abwehrtechniken gegen Schläge erst ab dem Alter von 12 Jahren eingeübt werden. Im Teakwondo geht es vor allem um das Erlernen von Bewegungsabläufen, die letztendlich der Verteidigung dienen, aber meistens einzeln und ohne Körperkontakt mit einem “Gegner” geübt werden. Unbestritten ist, dass diese “Kampfkünste” einen sehr guten Beitrag leisten, um das Selbstbewusstsein zu stärken. Um sich im Akutfall verteidigen zu können, bedarf es aber in der Regel eines kontinuierlichen und langfristigen Trainings.
Mein Kursangebot “Selbstbewusst und sicher” ist bestimmt nicht besser als die traditionellen Angebote - es ist etwas anders. Hier liegt ein Schwerpunkt auf der Selbstverteidigung in realen Situationen (würgen, festhalten, bedrohen). Auch hier bedarf es einiger Übung - aber dies geschieht unmittelbar ... und mit einem “Gegner”, den man richtig anfassen darf (muss). Ebenso geht es, wie schon erwähnt, um die Vorbeugung und das Vermeiden von Eskalationen.
Es geht aber nicht nur um die Selbstverteidigung, sondern auch um das Selbstwertgefühl. Hier wird gemeinsam herausgefunden, welche persönlichen Stärken und Fähigkeiten jeder einzelne hat. Ich finde es wichtig, dass jedes Kind weiß, dass es etwas besonderes und einzigartig ist.
Das Training dient auch der Prävention von (sexuellen) Übergriffen. Entgegen landläufiger Meinungen sind auch Jungen von sexueller Gewalt betroffen. Während es bei Mädchen häufig Täter aus dem direkten familiären Umfeld (Vater, Stiefvater, Onkel etc.) sind, so finden sich die Täter, die sexuelle Gewalt gegenüber Jungen ausüben, vor allem im sozialen Umfeld (Erzieher, Fußballtrainer, etc.). Die neueren Erkenntnisse zeigen, dass (sexuelle) Gewalt auch häufig von älteren Jugendlichen ausgeübt wird. Es ist wichtig, dass Kinder lernen, dass sie eine Selbstbestimmung über den eigenen Körper haben. “Kein Kuss auf Kommando” ist nur ein Beispiel hierfür. Ebenso wichtig ist es gerade für Jungen, dass sie lernen, Emotionen ausleben zu dürfen, ohne gleich als “Weichei” bezeichnet zu werden. “Indianer kennen keinen Schmerz” ist kein (!) passendes Motto. Auch hier spielt die Vorbildfunktion der Eltern (vor allem der männlichen Bezugspersonen) eine ganz entscheidende Rolle.
Ein wichtiger Bestandteil des Kurses ist auch die Elterninformation. Denn nur wenn schon zuhause eine entsprechende Haltung (z.B. bzgl. Selbstbestimmung) geprägt wird, können die Kinder daraus lernen und sich angemessen verhalten. Ein Kurs kann nur Anregungen und Tipps geben, welche zuhause dann entsprechend fortgesetzt werden sollten.
Neben den genannten Punkten wird im Kurs z.B. auch vermittelt, dass nicht alles “petzen” ist, wenn man etwas verrät. Ebenso können die Kinder lernen, dass es “gute” und “schlechte” Geheimnisse gibt. Sie lernen, wie sie im Notfall richtig Hilfe holen können ... und an wen sie sich wenden können, wenn sie etwas zu erzählen haben, das sie den Eltern (meist aus Scham oder Angst) nicht sagen möchten.
Am letzten Kurstag dürfen auch die Eltern mitmachen. Hier können die Kinder zeigen, was sie gelernt haben. Anschließend gibt es ein “Live-Training”, bei dem erklärt wird, wie sich Kinder z.B. verhalten sollten, wenn sie auf der Straße angesprochen werden (z.B. von Autofahrern).
In Anlehnung an derzeit gültige Verhaltensregeln und Hinweise der präventiven Polizeiarbeit (Schwerpunkt sexuelle Übergriffe / Missbrauch) hier einige Tipps:
Ratschläge, mit denen Sie Ihren Kindern helfen, sich rechtzeitig gegen sexuellen Missbrauch zur Wehr zu setzen:
Dein Körper gehört Dir
Wenn Berührungen für Dich blöde oder komisch sind, dann darfst Du "nein" sagen. Niemand hat das Recht, Dich gegen Deinen Willen anzufassen.
Trau Deinem Gefühl
Wenn Dir jemand schlechte Gefühle bereitet, dann darfst Du Dich wehren. Es gibt gute und schlechte Geheimnisse! Schlechte Geheimnisse werden Dir aufgezwungen und sind eigentlich gar keine Geheimnisse. Du darfst sie ohne weiteres weitersagen und musst die angedrohten Folgen nicht fürchten!
Du darfst "nein" sagen
Erwachsene verlangen von Kindern manchmal etwas, was Kindern Angst macht, ihnen weh tut oder ganz komische Gefühle verursacht. Dann dürfen Kinder "nein" sagen und brauchen nicht zu tun, was man von ihnen erwartet.
Du darfst Dir Hilfe holen
Manchmal ist es zu schwer, sich ganz alleine zu wehren. Dann dürfen sich Mädchen und Jungen Hilfe holen. Manchmal willst Du Deiner Mutter oder Deinem Vater nicht alles sagen. Darum überleg Dir: Welche anderen Kinder oder Erwachsene werden zu Dir halten, wenn Du Hilfe brauchst. Wende Dich an sie und vertraue Dich ihnen an.
Auch wenn es missbrauchten Kindern sehr schwer fällt, darüber zu reden, was ihnen angetan wird, so sendet jedes Kind in einer solchen Situation doch gewisse Signale aus und reagiert mit Verhaltensauffälligkeiten. Sie lassen zwar nicht in jedem Fall einen Rückschluss auf einen sexuellen Missbrauch zu. Doch je mehr der nachfolgenden Symptome sichtbar werden, um so wahrscheinlicher liegt auch ein sexueller Missbrauch vor:
Schlafstörungen, Bettnässen, Bauchschmerzen, Sprachstörungen, Rückfall in Kleinkindverhalten, gestörtes Essverhalten, auffallende Angstzustände, Schulschwierigkeiten, Festklammern, erhöhtes Sicherheitsbedürfnis, Rückzug in Phantasiewelten bis hin zum Lügen, Kontaktlosigkeit, keine Freundschaften, Angst vor Erwachsenen. Bei älteren Kindern kann es auch zum Alkohol- und Drogenmissbrauch oder zu wiederholten Straftaten kommen – insbesondere zu Diebstählen. Relativ sichere physische Anzeichen sind: Unterleibsverletzungen, Blutergüsse und Bisswunden im Genitalbereich sowie Geschlechtskrankheiten.
Das ausgebeutete Kind lebt häufig in einer sich selbst isolierenden Familie, die sich der Außenkontrolle entzieht. In dieser "Missbrauchsfamilie" können Täter sich sicher sein, dass das Kind und die Menschen in seiner Umgebung die Tat verschweigen. Deshalb muss immer wieder an folgendes erinnert werden:
Alle Erwachsenen haben - ganz unabhängig von verwandtschaftlichen oder bekanntschaftlichen Beziehungen - die Verpflichtung zum Hinsehen und Einschreiten, um der Gewalt gegen Kinder und ihrer sexuellen Ausbeutung wirkungsvoll zu begegnen. Die Einschaltung der Polizei ist ein legales und wirksames Mittel, um den sexuellen Missbrauch - insbesondere im sozialen Nahbereich - zu beenden.
Kinder sollen im Alltag Respekt erfahren und Selbstvertrauen entwickeln. Erfahrungsgemäß sprechen Täter bevorzugt unsicher und unselbständig wirkende Kinder an. Selbstbewusstsein ist der wirksamste Schutz vor sexuellem Missbrauch.
Das sollten Ihre Kinder wissen:
Gehe niemals mit fremden Personen mit – nimm auch keine Geschenke an.
Gehe mit Freunden oder Klassenkameraden gemeinsam – zusammen seid Ihr stark und die Wege sind sicherer.
Benutze möglichst immer gleiche Wege – so kennst Du Dich gut aus und weißt, wo Du im Notfall Hilfe finden kannst.
Sage laut und deutlich was Du nicht willst – habe Mut zu sagen:
„Lassen Sie mich in Ruhe!“.
Halte Dich in öffentlichen Verkehrsmitteln in der Nähe des Fahrers oder der Fahrerin auf – er / sie kann Hilfe leisten oder die Polizei rufen.
Tritt auf keinen Fall an Fahrzeuge heran – Fragen von Autofahrern können von Erwachsenen beantwortet werden.
Wenn Du Dich bedroht fühlst, mach auf Dich aufmerksam - sei laut und gehe direkt zu anderen Personen um Dir Hilfe zu holen.
Der Täter ist allein – Du nicht
Weglaufen ist nicht feige – wenn Du Dich abwendest und gehst, schaffst Du Abstand.
Wenn keine Erwachsenen in der Nähe sind, sprich andere Kinder an.
Du kannst in Notsituationen jederzeit aus einer Telefonzelle oder mit dem Handy die Polizei über 110 anrufen.
Bei Fragen oder Problemen kannst Du ein Polizeirevier aufsuchen und einen Polizeibeamten oder eine Polizeibeamtin ansprechen“.
weiter zu Termine