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Kindern helfen

Psychische Erste Hilfe bei Kindern

bei Unfällen oder traumatischen Ereignissen

In Anlehnung an die “Regeln zur Psychischen Ersten Hilfe bei Kindern” nach Lasogga & Gasch (2000) hier die wichtigsten Hinweise für Ersthelfer bzw. Laienhelfer:

Sagen Sie, dass Sie da sind und dass etwas unternommen wird! Das (physisch und/oder psychisch) verletzte Kind soll spüren, dass es jetzt nicht alleine ist. Bereits der Satz “Ich bleibe jetzt bei Dir” wirkt entlastend und beruhigend.

Schirmen Sie das Kind vor Zuschauern ab! Neugierige Blicke sind für die Kinder jetzt sehr unangenehm. Weisen Sie Schaulustige freundlich, aber bestimmt und deutlich zurück.

Sollten Zuschauer auch weiterhin stören oder unnötige Ratschläge geben, versuchen Sie, diese mit einer Aufgabe zu beschäftigen (z.B. Absicherung der Unfallstelle etc.).

Suchen Sie vorsichtigen Körperkontakt! Leichter körperlicher Kontakt wird von den Kindern meist als angenehm und beruhigend empfunden. Halten Sie deshalb die Hand oder die Schulter. Berührungen am Kopf oder anderen Körperteilen sind hingegen nicht zu empfehlen. Begeben Sie sich auf die gleiche Höhe des Kindes (knien Sie sich daneben oder beugen Sie sich herab). Wenn das Kind friert oder Kleidungsstücke zerissen sind, dann suchen Sie eine Decke oder vergleichbares, um das Kind zuzudecken.

Sprechen Sie und hören Sie zu! Dem Kind kann es gut tun, wenn es erzählen kann, ansonsten erzählen Sie dem Kind etwas. Sprechen Sie in möglichst ruhig, langsam und kindgerecht - auch mit bewusstlosen Kindern! Seien Sie ehrlich zu dem Kind, aber vermeiden Sie Dinge, die das Kind noch mehr ängstigen könnten.

Die nachfolgende Übersicht zeigt anhand eines einschlägigen Begriffes die wesentlichen Maßnahmen auf (nach Dr. Harald Karutz 2001)

K A S P E R L E  -  REGELN

Kein Kind darf übersehen werden, jedes Kind muss betreut werden. K ontaktaufnahme langsam und durch einen Helfer. K örperkontakt vorsichtig herstellen.

Aktivität ermöglichen! Ablenkung behutsam vornehmen!

Situation und Maßnahmen erklären und ggf. vom Kind mitgestalten lassen! Schuldgefühle beachten, ggf. intervenieren (“Du bist nicht schuld”).

Personen einbeziehen, die dem Kind nahe stehen (Eltern, Geschwister, Freunde)!

Entscheidungsfreiheit lassen! Ermutigen, Fragen zu stellen und ggf. Schmerzen zu äußern!

Ruhe bewahren und im Umfeld für Ruhe sorgen!

Lieblingsstofftier bzw. einen Ersatz besorgen! Loben für hilfreiches Verhalten (positive Verstärkung)!

Ernst nehmen, nicht “betüddeln”! Ehrlich sein bei Fragen des Kindes, auch z.B. bei der Schmerzhaftigkeit von bestimmten (medizinischen) Maßnahmen!

Folgendes ist bei der “Psychischen Ersten Hilfe” zu vermeiden

(die sogenannten “Todsünden” der Betreuung):

V o r w ü r f e

In der akuten Situation haben (Schuld)Vorwürfe nichts zu suchen. “Wie konntest Du nur” oder “Warum hast Du nicht aufgepasst” bringen nichts - abgesehen davon, dass soetwas die psychische Belastung der Betroffenen deutlich erhöht.

H e k t i k

Die Betroffenen sind selbst in einer Ausnahmesituation und brauchen deshalb jemanden, der Ruhe und Sicherheit ausstrahlt. Hektik vermittelt genau das Gegenteil und kann zur Verschlimmerung der Situation führen.

A b g e s t u m p f t h e i t  /  R o u t i n e

Professionelle Helfer haben Krisensituationen schon häufig erlebt und dabei gelernt, wie man damit umgeht. Die akut Betroffenen erleben es meist zum ersten Mal und sind deshalb überfordert. Ein Helfer, der jetzt “zu” routiniert und abgestumpft handelt, wird von den Betroffenen als wenig hilfreich empfunden. Es geht ihnen noch schlechter, weil die in dieser Situation notwendige Zuwendung auf Aufmerksamkeit fehlt.

Literaturhinweis zum Thema